Flohsamen
Was ist Flohsamen?
Der zu den Heilpflanzen zählende Flohsamen gehört der Gattung der Wegeriche an. Aus den Samenschalen der Pflanze Plantago ovata werden die Samenschalen gewonnen, die das eigentlich nützliche sind. Es handelt sich um kleine, braun glänzende Samen, die wohl ein wenig an Flöhe erinnern, warum die Pflanze im Volksmund Flohsamenwegerich genannt wird. Die einjährige krautige Pflanze gedeiht vor allem am Mittelmeer, so in Pakistan und Indien. Nützlich sind vor allem die im Flohsamen enthaltenen Mengen an Schleim- und Ballaststoffen, wodurch er gleichzeitig Gleitmittel und Quellmittel darstellt. In Verbindung mit Wasser quellen die in der Samenhülle enthaltenen Schleimstoffe (die so genannte Schleimpolysaccharide) auf das fünf- bis sechsfache des ursprünglichen Volumens auf. Dies unterstützt die Verdauung und regt die Darmtätigkeit an.
Für welche Anwendungsgebiete eignet sich Flohsamen?
Flohsamen eignen sich gut, um Verstopfungen (Obstipation) zu behandeln. Die Einnahme von Flohsamen sorgt für einen weichen Stuhl, was die Darmentleerung erleichtert. Diese Eigenschaft kann zum Beispiel bei Fissuren und Einrissen in der After- und Darmschleimhaut, bei Hämorrhoiden, nach Operationen im Rektalbereich, in der Schwangerschaft oder bei Reizdarm hilfreich sein. Auch als Unterstützung beim Fasten oder bei Diäten kann ohne Bedenken auf Flohsamen zurück gegriffen werden. Hier sowie bei der Behandlung von Adipositas (Fettleibigkeit) bietet sich die Stuhl regulierende, Darm beruhigende und Darm reinigende Wirkung auf jeden Fall an. Aber auch Durchfall (Diarrhoe) lässt sich aufgrund der Volumen vergrößernden Wirkung gut mit Flohsamenschalen behandeln. Durch die Einnahme von Flohsamen kann auch das Reizdarmsyndrom gelindert werden. Bei chronisch entzündlichen Darmkrankheiten, wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa wirkt sich die Einnahme von Flohsamenschalen entzündungshemmend aus. Darüber hinaus befreien die löslichen Ballaststoffe des Flohsamens den Darm auch noch von Darmgasen, Fäulnisprodukten und der fäkalen Gallensäure, was die Cholesterinausscheidung erhöht. Das Wachstum nützlicher Darmbakterien wird gefördert.
Wie ist Flohsamen einzunehmen?
Die Anwendung ist recht simpel. Ein bis zwei Teelöffel Flohsamen können in die Speisen eingerührt werden, beispielsweise in Müsli oder Wasser. Wie viel und wie lange Flohsamen eingenommen wird, hängt allerdings von der Verfassung des Patienten und der Krankheit ab. Da die Wirkung bei jedem Menschen anders sein kann, sollte die Anwendung individuell erprobt und zugeschnitten werden. Auf jeden Fall ist eine gute Beratung durch Arzt, Apotheker oder Heilpraktiker empfehlenswert. Grundsätzlich wichtig ist, dass dem Körper über den Zeitraum der Flohsamen-Anwendung ausreichend Flüssigkeit (am besten Wasser) zugeführt wird. Wird dies nicht beachtet, kann es in Extremfällen zum Darmverschluss kommen.
Hat Flohsamen Nebenwirkungen?
Da Flohsamenschalen ein natürliches Darm regulierendes Mittel ist, sind kaum Nebenwirkungen zu befürchten. Gelegentlich kann es jedoch vorkommen, dass durch die Quellwirkung ein Völlegefühl hervorgerufen wird. Vereinzelt kann es auch zu Appetitlosigkeit und Blähungen kommen. Die Sicherheit und Wirksamkeit der Flohsamenschalen wurde bereits im Jahre 2006 von der Europäischen Arzneimittelbehörde (EMEA) in einer umfangreichen Studie belegt. Da im Gegensatz zu chemischen Abführmitteln eine gute Verträglichkeit vorliegt, kann Flohsamen auch über längere Zeiträume ohne Bedenken verabreicht werden.